Aktive Fahrgeräuschregelung und aktive Geräuschunterdrückung
Aktive Geräuschunterdrückung (ANC) nutzt Mikrofone, Sensoren, Signalverarbeitung und Lautsprecher, um einen kontrollierten Schall zu erzeugen, der ausgewählte unerwünschte Geräusche im Fahrzeug verringert. Aktive Fahrgeräuschregelung (ARNC) ist die speziell auf von Straße, Reifen und Fahrwerk übertragene Geräusche ausgerichtete Fahrzeuganwendung.
Hauptformen
- Allgemeine aktive Geräuschunterdrückung: Oberbegriff für Systeme, die ausgewählten Innenraumgeräuschen ein elektronisch erzeugtes Gegensignal entgegensetzen.
- Aktive Fahrgeräuschregelung: erfasst straßen- und fahrwerksbezogene Anregungen, häufig mit Beschleunigungssensoren, und nutzt Innenraummikrofone sowie das Audiosystem des Fahrzeugs, um den entstehenden Schall an besetzten Sitzplätzen zu verringern.
- Harmonische Auslöschung: zielt auf wiederkehrende Töne rotierender Bauteile wie Verbrennungsmotor, Antriebsstrang oder Elektromotor. Die Technik ist verwandt, erfüllt aber eine andere Aufgabe als die breitbandige Fahrgeräuschregelung.
Möglichkeiten und Grenzen des Systems
ARNC kann Anteile der niederfrequenten und breitbandigen Geräusche reduzieren, die bei wechselnder Fahrbahnoberfläche, Bereifung und Geschwindigkeit hervortreten. Bose beschreibt einen Serienansatz mit Fahrwerksensoren, Mikrofonen, einem adaptiven Algorithmus und dem Audiosystem des Fahrzeugs. Bose Automotive: active sound management and road-noise control
Die Technik macht den Innenraum nicht lautlos. Das Ergebnis hängt von Sensorpositionen, Lautsprecherabdeckung, Verarbeitungsverzögerung, Sitzposition, Innenraumkalibrierung, Reifen und Straßenanregung ab. Kurze Stöße, Windgeräusche und Schall außerhalb des wirksamen Systembereichs können bestehen bleiben. Passive Maßnahmen wie Dichtungen, Verglasung, Dämmung und Strukturauslegung bleiben wichtig.
Die Audiosignalkette, Verarbeitung und praktischen Höraspekte beschreibt Audio Systems in Electric Vehicles.