Aktive Federung
Eine aktive Federung nutzt angetriebene Aktuatoren, um mechanische Energie zuzuführen oder abzuführen und kontrollierte vertikale Kräfte zwischen Rädern und Fahrzeugaufbau auszuüben.
Was sie aktiv macht
Anders als eine passive Kombination aus Feder und Dämpfer kann ein vollaktives System Kraft erzeugen, ohne darauf zu warten, dass eine Federbewegung diese hervorruft. Je nach Ausführung kann es Hub-, Nick- und Wankbewegungen des Aufbaus entgegenwirken, einzelne Radaufhängungen bewegen, die Aufbaulage anpassen oder auf vorausschauende Informationen über die Fahrbahn reagieren.
„Aktiv“ sollte nicht als Synonym für jede einstellbare Federung verwendet werden. Ein semiaktiver Dämpfer verändert, wie stark er einer vorhandenen Bewegung entgegenwirkt, kann aber nicht wie ein angetriebener Wagenheber wirken. Eine adaptive Luftfederung kann Dämpfung und Fahrhöhe ändern, ohne eine vollaktive Krafterzeugung zu besitzen.
Verfügbare Kraft, Aktuatorweg, Reaktionsbandbreite, Energiebedarf, thermische Grenzen und Reifenhaftung beschränken die Möglichkeiten eines aktiven Systems. Es kann weder jeden Fahrbahnimpuls beseitigen noch den physikalischen Kontakt zwischen Reifen und Straße außer Kraft setzen. In einem Elektroauto muss das System außerdem die Aufbauregelung gegen Masse, Energieverbrauch, Bauraum und Ziele für die Fahrhöhe abwägen.
Aktuatortypen, Regelungshierarchie und die Abgrenzung zwischen semiaktiven und vollaktiven Systemen erklärt Active Suspension.