Elastokinematik / Compliance Steer
Elastokinematik beschreibt Fahrwerksbewegung durch elastische Verformung unter Kraft, während Compliance Steer die daraus entstehende Änderung von Lenkwinkel oder Spur bezeichnet.
Woher die Bewegung kommt
Gummibuchsen, Kugelgelenke, Radlager, Lenker, Hilfsrahmen, Lagerungen und Karosserie verformen sich alle in gewissem Maß. Reifen-, Brems-, Antriebs-, Kurven- und Fahrbahnkräfte können deshalb Radposition und -einstellung verändern, selbst wenn die Starrkörperkinematik unverändert bleibt.
Beabsichtigte Abstimmung und unerwünschte Änderung
Ingenieure können kontrollierte Nachgiebigkeit nutzen, um Härte zu filtern, Störungen am Lenkrad zu verringern oder stabilisierende Spuränderungen zu erzeugen. Die Reaktion hängt von Richtung und Größe der Kraft, Buchsenachsen und -steifigkeit, Lastpfad, Temperatur, Frequenz und vollständiger Fahrwerksgeometrie ab.
Verschleiß, gerissene Buchsen, lose Gelenke, Verformung oder falscher Einbau können eine andere Reaktion als vorgesehen erzeugen. Die statische Achseinstellung kann noch akzeptabel erscheinen, während Spur oder Sturz unter Last es nicht sind.
Verwandte, aber getrennte Begriffe
Bump Steer ist die kinematische Lenkänderung durch Federweg. Compliance Steer entsteht durch kraftbedingte Verformung. Bei einem realen Manöver können beide zusammen auftreten. Ein Test muss deshalb angeben, ob er Radbewegung, aufgebrachte Kraft oder beides vorgibt.
Zu Starrkörper-Radwegen und elastischen Kraftreaktionen siehe Suspension Kinematics and Vehicle Dynamics.